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Kopierschutz selbergemacht

Selbstgebrannten CDs mit einem Kopierschutz versehen und somit dem Raubkopierer einen Stein in den Weg legen; wer denkt, dass dies nur den großen Software-Häusern vorbehalten ist, liegt falsch, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit denen das Kopieren erschwert werden kann. Es handelt sich dabei allerdings eher um Lösungsansätze, da die "sicheren" Kopierschutzmechanismen für viel Geld entwickelt werden. Aus nachvollziehbaren Gründen sind die Entwickler nicht daran interessiert, die Methoden preis zu geben.


Datei-/ CD-Längen vergrößern

Hierbei handelt es sich um eine gängige und weitverbreitete Technik. Es gibt einige Programme, mit denen man die CD größer erscheinen lassen kann, als sie wirklich ist. Mit der Freeware TZ Copyprotection kann man zum Beispiel eine CD-Rom wie eine 900-MB-CD erscheinen lassen. In der Regel wird ein solcher Effekt erzielt, in dem die Länge einiger Dateien im CD-Image größer gemacht werden, als sie tatsächlich sind. Von CD gestartet funktioniert alles, doch der Versuch, den CD-Inhalt auf Festplatte zu kopieren oder eine Datei-zu-Datei CD-Kopie zu erstellen, wird fehlschlagen. Wirklich sicher ist diese Methode allerdings nicht, da durch das Erstellen von Images-Kopien der Schutz mehr oder weniger leicht umgangen werden kann.

Nicht wirklich effektiv ist die Methode, eine CD mit mehr als 74 Minuten (bzw. 650 MB) zu pressen. Denn spätestens seit der Erfindung von Überlänge-Rohlingen können solche CDs von jedem, der eine kompatible Brennsoftware besitzt, kopiert werden.

Auch das ändern der TOC lässt eine CD größer erscheinen, als sie tatsächlich ist. Doch nicht viele Brennprogramme nehmen Rücksicht auf solche sog. "illegalen TOCs". Die meisten Brennprogramme unterstützen die Funktion, illegale TOCs zu ignorieren.

Hier stand einst die Demoversion von CDR-Win zum Download bereit. Es ist, im Gegensatz zu Share- und Freeware-Programmen, verboten, Demoversionen ohne Lizenzvertrag zum Download zur Verfügung zu stellen. Dies geschah unwissentlich. Der Link wurde entfernt. Der Download ist über die offizielle CDR-Win-Seite möglich: http://www.goldenhawk.de.


Falsche Daten im ECC

Viele Brennvorgänge scheitern auch, wenn man absichtlich falsche Daten in den Fehlerkorrekturbereich, ganannt ECC, des Datenträgersektors schreibt. Dies passiert dadurch, weil durch die Fehlerkorrektur vieler CD-Roms andere Daten als die, die sich auf der Original-CD befinden, auf die Ziel-CD geschrieben werden. Oft können die kopierten Programme dennoch ausgeführt werden. Einen Schutz bietet dies nur für Systeme, bei denen Laufwerk und Firmware genau aufeinander abgestimmt sind (z.B. Spielekonsolen). Denn hier kann direkt erkannt werden, dass es sich um eine Kopie handelt und das Abspielen verhindert werden. Für die Anwendung im PC-Bereich also eher unbrauchbar.


Lücken zwischen Audio-Tracks

Wer eine Audio-CD mit einem "Kopierschutz" versehen möchte, kann z.B. die Zwischenräume der Tracks so verändern, dass sie nicht dem Standard entsprechen. Dies wird dadurch erreicht, dass sie Indexe an unerwarteten Stellen enthalten. Viele Brenner, die den Disc-At-Once Modus unterstützen, haben damit allerdings keine Probleme.

Komplizierter wird es für den Brenner bei einem Track, der kürzer als vier Sekunden ist. Beim Versuch, eine solche CD zu kopieren, müsste die Brennsoftware in der Regel scheitern. Manche Brenner sollen allerdings angeblich Tracks von einer Sekunde Länge brennen können. Doch da es viele Möglichkeiten gibt, den Inhalt einer Audio-CD auf die Festplatte und anschließend wieder auf eine CDR zu bekommen, bietet auch diese Methode keinen echten Schutz. Ebenso bringt das Mischen von Audio-Tracks und Daten-Tracks auf einer CD fast keinen Brenner mehr aus dem Konzept.


Kommerzielle Lösungen

Einige Firmen, darunter auch z.B. Sony, haben sich mit dem Thema beschäftigt und Programme entwickelt, die das unauthorisierte Kopieren verhindern sollen. Im folgenden werden fünf kommerzielle Verfahren aufgeführt.

D-Cops Der Hersteller Scandiplan verspricht mit D-Cops ein High-Level-Kopierschutzsystem entwickelt zu haben. Es ermöglicht Kombination mit der Eingabe einer Seriennummer, Einrichten eines Verfalldatums für die CD, Festlegen von Zeitpunkt und Häufigkeit der Kontrolle zur Anwesenheit der CD sowie Verwalten von Netzwerklizenzen und bietet Speziallösungen für Datenbanken und Spiele.
DiscGuard Dieses Programm schriebt eine Signatur auf den Datenträger, der zwar gelesen aber nicht kopiert werden können soll. Wenn das Programm startet, könnte geprüft werden, ob sich eine Signatur auf dem Datenträger befindet. Da allerdings die meisten Programme nach der Installation von der Festplatte aus gestartet werden, müsste bei jedem Programmstart die Original-CD eingelegt werden. TTR entwickelte auch ein Produkt namens MusicGuard. Es soll einen Kopierschutz für Musik-CDs setzen.
Securom Das von Sony DADC entwickelte Programm funktioniert ebenfalls nach dem Signatur-Prinzip und ist deshalb mit den selben Nachteilen verbunden.
Dilla's SafeDisc Ein weiteres Programm, das durch eine Signatur den Datenträger schützen soll.
Laserlok System Günstig, aber nicht sehr effektiv. Viele Programme können diesen Schutz knacken.

Fazit

Wie der Bericht zeigt, gibt es sehr viele Methoden, um seine eigenen CDs mit einem Kopierschutz zu versehen. Doch gibt es auch etliche Möglichkeiten, die Mechanismen auszuhebeln oder zu umgehen. Das selbst die Kopierschutzmechanismen von namhaften Softwareriesen häufig nicht den gewünschten Effekt erzielen, ist auch kein Geheimnis mehr. Microsoft versucht sich daher mit Hologrammen auf den Datenträgern vor Software-Piraten zu schützen. Durch diese Methode wurden bereits große Piraten-Ringe aus dem nahen Osten entlarvt.

Die meisten der vorgestellten Techniken können durch das Brennen im RAW-Modus umgangen werden. In diesem Modus, den die meisten Brennprogrammen unterstützten, wird der CD-Inhalt Bit für Bit ausgelesen und anschließend wieder Bit für Bit auf den Rohling geschrieben. Es zeigt sich: wirklich sicher gibt es nicht. Viele Brennprogramme, darunter CloneCD, sind in der Lage, bei der richtigen Kombination von Lesegerät und Brenner viele der angesprochenen Techniken zu umgehen.

Einen wirklichen Schutz gibts eigentlich garnicht. Selbst für die Hardwarelösungen, wobei es sich um Adapter handelt, die z.B. in den LPT-Port gesteckt werden und die Software nur dann startet, wenn der Adapter gefunden wurde, gibt es bereits Software-Emulatoren und Hardwarelösungen im einschlägigen Versandhandel.




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